SPT Link Harnleiterbehandlung

Behandlungsschwerpunkt spezielle Therapieverfahren

Harnleiterbehandlung : Schienung und Ersatz

Die Harnleiter liegen hinter dem Bauchraum neben der Wirbelsäule, stellen den Urintransport vom Nierenbecken zur Harnblase sicher und haben eine Länge bei einem 180 cm-Mann von etwa 30 cm. Auf dieser Strecke können die Harnleiter durch viele Ursachen verstopfen oder zugedrückt werden.

Harnabflußstörungen durch Harnleiterprobleme  sind in der Urologie alltägliche Situationen. Oft ist zügiges Handeln erforderlich. Wenn beide Harnableiter blockiert sind, kann der Urin aus beiden Nieren nicht mehr richtig abfließen, und es kommt unbehandelt zur Harnvergiftung.

Urinblockade mit konsekutiver Harnstauungsniere ist am häufigsten bedingt durch einen Harnstein. Oft muß dann eine sogenannte Harnleiterschiene plaziert werden. Hierbei handelt es sich um dünne Kunststoffröhrchen, die per Blasenspiegelung  von der Blase bis ins Nierenbecken versenkt werden und von außen nicht sichtbar sind. Nach urologischer Beseitigung der Ursache können die Schienen wieder entfernt werden. Solche Schienen oder Stents werden auch bei Harnleiterkompressionen durch Tumore gelegt, um den Harnfluß aus der betroffenen Niere wieder herzustellen. Dies ist die zweite große Gruppe, die zu Harnleiterproblemen und damit Urintransportstörungen führen können. 

Ist der Harnleiter dauerhaft geschädigt, kann er operativ ersetzt werden. Ist die Verengung bzw. der Schaden am Harnleiter im unteren Drittel gelegen, kann er im Gesunden abgetrennt und die Blase in diese Richtung „hochgezogen“ werden (sog. Hörner-Blase). Ist der Harnleiter langstreckig defekt, kann ein etwa 20 cm langes Dünndarmstück ausgeschaltet und dann an Blase und Nierenbecken zwischengeschaltet werden.

Hat ein Patient mit dauerhaftem Harnleiterschaden (Stenose, Kompression, o.ä.) bereits viele Bauch-OPs hinter sich, kann oft ein neuer Darmeingriff nicht vertreten werden. Dann kann bei uns ein relativ neues Verfahren zum Zuge kommen: der subkutane Urinbypass. Dieser elastische Kunststoffschlauch kommt unter der Haut zu liegen und wird minimal-invasiv an Nierenbecken und Blase angeschlossen. Dieses Verfahren heißt Detour® (Umleitung).